Es passiert selten plötzlich. Meistens beginnt es mit einem Karton, der „kurz” abgestellt wird. Dann kommt ein alter Drucker dazu, den man vielleicht noch einmal brauchen könnte. Ein Regal, das man aus dem Wohnzimmer rausgestellt hat. Ein Koffer, der nach dem Urlaub nie wirklich ausgepackt wurde. Und irgendwann steht man in einem Zimmer, das eigentlich zum Arbeiten gedacht war – und findet sich in einer Abstellkammer wieder.
Leere Kartons und das große Vielleicht
Einer der häufigsten Kandidaten, die mir in überladenen Arbeitszimmern begegnen: leere Gerätekartons. Der Karton vom Laptop. Der vom Drucker. Vom Staubsauger. Von der Kaffeemaschine. Alle säuberlich aufbewahrt – für den Fall, dass man das Gerät irgendwann einmal wieder verkaufen möchte. Und das geht ja bekanntlich nur in der Originalverpackung.
Lassen Sie mich eine ehrliche Frage stellen: Wie oft haben Sie in den letzten Jahren tatsächlich ein altes Gerät weiterverkauft? Und wenn nicht – wo sind diese Geräte eigentlich gerade? Liegen sie womöglich auch irgendwo im Zimmer, unter anderen Dingen, und Sie wissen gar nicht mehr genau, wo?
Das Eingestehen, dass man etwas nie tun wird, fühlt sich manchmal wie Niederlage an. Dabei ist es das Gegenteil: Es ist Klarheit. Gerätekartons zerkleinern, ins Altpapier bringen, die Geräte selbst zum Wertstoffhof fahren – das dauert vielleicht einen halben Tag. Und danach atmet das Zimmer wieder.
Das Auge braucht Ruhe – gerade dort, wo man arbeiten muss
In einem Arbeitszimmer, das zum Auffangbecken für alles Mögliche geworden ist, kann man nicht gut arbeiten. Das ist keine Frage der Disziplin, sondern der Wahrnehmung: Das Auge ist ständig mit den vielen Gegenständen konfrontiert, das Gehirn verarbeitet unbewusst das Chaos – und das kostet Energie, die eigentlich der Arbeit zugutekommen sollte.
Gerade wenn Ihr Arbeitszimmer auch ein Homeoffice ist, hat Ordnung dort direkte Auswirkungen auf Ihre Konzentration, Ihre Stimmung und letztlich auch auf Ihre Leistung. Aufgeräumt zu arbeiten ist kein Luxus – es ist eine Grundvoraussetzung für fokussiertes, effektives Arbeiten.
Wie man einen überladenen Schreibtisch wieder in den Griff bekommt, beschreibe ich ausführlich in meinem Artikel „Schreibtischorganisation wird oft unterschätzt”.
Schritt für Schritt durch das Zimmer – ohne Druck
Wenn ein Zimmer einmal zu einer Abstellkammer geworden ist, wirkt es überwältigend. Der häufigste Fehler: Man greift wahllos irgendetwas, trägt es in den nächsten Raum, und dort entsteht neues Chaos. Am Ende hat man viel bewegt, aber nichts gelöst.
Sinnvoller ist ein systematisches Vorgehen: Beginnen Sie mit einer Ecke. Nehmen Sie jeden Gegenstand in die Hand und fragen Sie sich: Wann habe ich das zuletzt benutzt? Habe ich es in den letzten Monaten vermisst? Brauche ich es wirklich – oder hat es die Wohnung nur bisher nicht verlassen, weil ich noch keine Entscheidung getroffen habe?
Vieles, was Sie nicht mehr brauchen, kann sinnvoll weitergehen: ins Sozialkaufhaus, an Freunde, zur Sammelstelle. Es muss nicht auf dem Müll landen. Aber es darf Ihre Wohnung verlassen.
Wenn Sie dabei Unterstützung brauchen
Manchmal ist es einfacher, mit jemandem zusammen zu entscheiden. Jemand, der nicht emotional an den Dingen hängt, der einen klaren Blick von außen mitbringt und der ohne Bewertung begleitet. Genau das tue ich in meinem Ordnungscoaching.
Wenn auch Ihr Arbeitszimmer schon länger auf eine Veränderung wartet – schauen Sie auf meine Seite für Privatkunden oder nehmen Sie direkt Kontakt auf. Gemeinsam gewinnen Sie Ihren Raum zurück.