Die Küche ist der Raum, den fast alle täglich mehrmals benutzen. Sie ist Mittelpunkt des Alltags, Ort für Mahlzeiten und Gespräche, manchmal auch für schnelle Erledigungen zwischendurch. Und genau deshalb ist sie auch der Raum, in dem sich Unordnung besonders schnell und spürbar bemerkbar macht.
Zu viel Geschirr, zu wenig Überblick
Wenn ich in Küchen komme, erlebe ich es fast immer: Kaffeetassen in Mengen, die für eine Großfamilie reichen würden. Tupperdosen ohne Deckel – und Deckel ohne Dosen. Gläser in verschiedensten Formen und Größen. Und irgendwo ganz hinten im Schrank, hinter allem anderen, das Geschirr, das eigentlich das liebste wäre – wenn man noch wüsste, dass es da ist.
Der erste und wichtigste Schritt in der Küche lautet deshalb: realistisch zählen. Wie viele Personen leben im Haushalt? Wie viele Tassen braucht man wirklich, auch wenn Besuch kommt? Wie viele Gläser nutzt man tatsächlich regelmäßig? Wenn man das ehrlich durchgeht, stellt man meistens fest: Es ist das Doppelte oder Dreifache vom tatsächlichen Bedarf da.
Schränke, die atmen dürfen
Küchenschränke funktionieren dann gut, wenn sie nicht bis zum letzten Zentimeter ausgenutzt sind. Was zu voll gestapelt ist, wird schwer zugänglich – und was schwer zugänglich ist, wird nicht mehr benutzt. Wer sechs Teller übereinander stapelt, greift irgendwann nur noch von oben und vergisst, was unten liegt.
Geben Sie Ihren Küchenschränken Luft. Weniger Geschirr auf weniger Ebenen, dafür gut greifbar und sofort nutzbar. Das klingt nach Verzicht, fühlt sich aber wie Befreiung an.
Ein kleiner Tipp für hohe Regalbretter, die man nicht gut einsehen kann: Eine einfache Beschriftung am Regal macht sichtbar, was sich dort befindet. So liegt nichts in Vergessenheit, und der Zugriff funktioniert auch ohne Verrenkungen.
Wo die Küche auf die Vorratskammer trifft
Besonders interessant wird es, wenn Küche und Vorratshaltung zusammenspielen. Was lagert eigentlich wo? Was steht doppelt – einmal im Küchenschrank, einmal im Keller? Und wie verhindert man, dass man beim nächsten Einkauf wieder zu viel kauft, weil man keinen Überblick hat?
Mehr dazu lesen Sie in meinem Artikel „Zu viel von allem: Wie Vorratshaltung außer Kontrolle gerät – und was dagegen hilft”. Die beiden Themen hängen eng zusammen – und wer beides im Griff hat, merkt, wie viel entspannter der Alltag in der Küche wird.
Wenn die Küche ein Spiegel des ganzen Haushalts ist
Die Küche ist selten das einzige Zimmer, in dem Ordnung fehlt. Meist zeigt sie nur besonders deutlich, was im ganzen Haushalt fehlt: ein klares System, ein realistisches Maß an Dingen und Gewohnheiten, die das Aufrechterhalten von Ordnung im Alltag erleichtern.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass mehr als nur die Küche eine neue Struktur braucht, schauen Sie gerne auf meine Seite für Privatkunden – dort beschreibe ich, wie ein gemeinsames Ordnungscoaching aussieht. Und wenn Sie direkt loslegen möchten, freue ich mich über Ihre Nachricht.
Ordnung in der Küche bedeutet nicht, dass alles immer perfekt ist. Es bedeutet, dass Sie morgens in Ruhe Kaffee kochen können, ohne erst drei Schubladen durchsuchen zu müssen. Das ist weniger als Perfektion – und mehr als genug.